Eine Stimme für Kinder

Leona König ist Initiatorin des Musikförderpreises „Goldene Note“. Im ORF begeisterte die Show mit hochbegabten Kindern fast 500.000 Seher. In better life spricht König über ihre berufliche Mission und Privates.

Ein Jetset-Leben, das wäre für Leona König leicht möglich. 13 Jahre war sie mit Stahl-Tycoon Peter König verheiratet, die gemeinsame Tochter Jana ist heute ein Teenager. Der Lifestyle von einst interessiert sie aber nicht mehr. Beim Treffen mit better life lacht sie – angesprochen auf ein Luxusleben – auf: „Ich habe dieses Leben gehabt, aber das ist nicht alles. Meine Prioritäten haben sich vollkommen verändert.“ Sie wollte ihrem Leben Sinn geben, etwas Kreatives tun und anderen helfen. Deshalb gründete Leona König 2016 den „Internationalen Musikverein zur Förderung hochbegabter Kinder“, IMF: „Ich wollte jungen MusikerInnen zwischen sechs und 18 Jahren, die im Bereich der Klassik überdurchschnittlich talentiert sind, die nötige Unterstützung zukommen lassen. Sie sollten nicht an fehlenden Mitteln und/oder mangelnder Förderung scheitern.“

Ausschlaggebend für ihr Engagement war ihre Tochter: „Sie begann mit sechs Jahren Klavier zu spielen und es hat sich gezeigt, dass sie sehr begabt ist. In der Folge habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, dass talentierte Kinder gefördert werden. Österreich ist ein Musikland, aber diesbezüglich gibt es einen Mangel und das ist schade.

Das Projekt trug in Windeseile Früchte. Seit 2017 verleiht Leona König jährlich den Musikförderpreis „Goldene Note“. 2020 gab’s die Preisverleihung bereits in ORF III und aufgrund des großen ZuschauerInnen-Interesses zeigte ORF 2 die glanzvolle Show im Mai im Hauptabendprogramm – mit immensem -Erfolg. Leona König lukrierte mit der Gala, bei der aus neun FinalistInnen zwischen sieben und 17 Jahren die SiegerInnen gekürt wurden, 458.000 SeherInnen und 17 Prozent Marktanteil. Opernstars wie Elīna Garanča veredelten die Show. Als Moderatorin lieferte Leona König eine perfekte Performance.

„NACHHALTIGE FÖRDERUNG“
Wichtig ist Mastermind Leona König aber vor allem die kontinuierliche Förderung der hochbegabten Kinder. So gibt es u. a. Masterclasses mit den ganz Großen der Klassik-Szene und Konzerte wie das Herbstkonzert am 2. Oktober. Außerdem werden die Kinder und Jugendlichen von den besten LehrerInnen unterstützt.

Wichtig für die Förderung ist auch die ORF-Sendereihe „Stars & Talente – Von und mit Leona König“, ein erfolgreiches Begleitprogramm zur Hauptabendshow. Insgesamt sahen 2,1 Millionen Öster-reicherInnen die „Stars & Talente“-Sendereihe im ORF. Nun arbeitet Leona König bereits an neuen Folgen, die ersten fünf sollen ab November auf Sendung gehen. Pro Ausgabe widmet sie sich mit einem Klassikstar an der Seite – diesmal wird auch ein prominenter Balletttänzer dabei sein – einer Finalistin bzw. einem Finalisten der Gala vom Mai. „Auf diese Weise haben die jungen MusikerInnen die Möglichkeit, sich nochmals zu präsentieren und wir können dem Publikum zeigen, wie sie sich weiter-entwickelt haben.“ 

„GOLDENE NOTE 2022“
Für die Hauptabendshow „Goldene Note 2022“ gibt es vom ORF bereits grünes Licht. Leona König über Neuerungen: Im nächsten Jahr wird es drei Kategorien geben – Streichinstrumente, Tasteninstrumente und Blasinstrumente. Dadurch stehen mehr Musikinstrumente zur Auswahl.“ Eine hochkarätig besetzte Jury wird die PreisträgerInnen küren.

Generell drängt sich aber die Frage auf, ob die jungen MusikerInnen  nicht überfordert sind. Wollen sie tatsächlich täglich bis zu fünf Stunden üben? „Diese Kinder lieben die Musik“, erklärt Leona König. „Aber ich möchte sie nicht drängen oder gar pushen. Ich will sie motivieren, ihren Weg zu gehen. Ich will -ihnen zeigen, was alles möglich ist.“ Gibt es aber diese totale Begeisterung für die Musik nicht, „dann Hände weg davon, ein Kind in eine Richtung zu drängen!

Leona König weiß, wovon sie spricht. Auch Tochter Jana, 13, ist ein großes -Talent am Klavier, aber: „Sie hat jetzt auch andere Interessen. Die hochbegabten jungen MusikerInnen, die ich im Rahmen meines Vereins betreue, wollen nur ihr Instrument spielen.

FULLTIME-JOB UND MISSION
Leona Königs Tätigkeit für ihren Verein und die ORF-Sendungen ist ein Fulltime-Job: „Das Ende der ,Goldenen Note 2021‘ war der Beginn für die Vorbereitungen für die Show 2022.“ Da geht’s u. a. darum, die großen Stars in die Sendungen zu holen. „Manche kenne ich persönlich“, erzählt Leona König, die Stammgast bei den Salzburger Festspielen ist, „andere kontaktiere ich über ihre Agenten“. Außerdem müssen Sponsoren gefunden werden. Auch diese Aufgabe übernimmt sie selbst.

Generell hilft der gebürtigen Tschechin bei der Führung des Vereins IMF ihr abgeschlossenes Wirtschaftsstudium. Ich bin ein Mittelding aus Wirtschaft und klassischer Musik“, lacht sie. Bei Letzterem setzt sie auf learning by doing: „Klassische Musik war in meiner Familie zwar ein Thema, aber sie stand nie im Vordergrund. Meine Mutter ist Ärztin, mein Vater Ökonom. Deshalb sauge ich jetzt alles auf, was mit klassischer Musik zu tun hat … Ich liebe es zu lernen!

Basis für Leona Königs Tun sind ihre Begeisterungsfähigkeit und ihr Durchhaltevermögen: „Wenn ich für eine Idee brenne, setze ich sie um. Ich bin kein Mensch, der etwas beginnt und es sein lässt, sobald Hindernisse auftauchen. Ich bleibe dran, bis es funktioniert – ich bin zäh.“ Außerdem bereitet ihr die -Arbeit riesige Freude: „Mit der ,Goldenen Note‘ gibt es endlich einen Musikförderpreis und ich kann die jungen MusikerInnen unterstützen. Das ist für mich eine Berufung, das ist meine Mission.

DAS LEBEN IST EIN AUF UND AB…
Die Arbeit ist auch ein probates Mittel, um sie von trüben Gedanken abzulenken. Denn, so erzählt Leona König – auf ihren 40. Geburtstag im vergangenen Juni angesprochen: „Das war kein fröhlicher Tag, es war ein trauriger Geburtstag …“ Lag das an der Trennung von -ihrem Freund, einem in Monaco lebenden Sportmanager, mit dem sie eine Fernbeziehung führte? Die Antwort ist kurz: „Ja, ich bin Single.

Grundsätzlich sei sie ein optimistischer Mensch, aber das Jahr 2021 habe ihr zugesetzt: „Dieses Jahr war kein leichtes für mich. Aber das Leben ist eben nicht immer rosarot. Es hat mir schon sehr viel Schönes gebracht, aber auch viel Schmerzhaftes.“ Es sei unsere Aufgabe, aus Letzterem zu lernen: „Damit wir für die nächsten Wellentäler des Lebens gerüstet sind. Man sollte nicht vor sich hinträumen und sich Illusionen hingeben, man sollte realistisch bleiben.“

Der Moll-Ton in ihrer Stimme verabschiedet sich rasch zugunsten des gewohnt hellen Klangs, als sie über die Zukunft spricht – der Kampfgeist ist wieder erwacht: „Ich habe viele Ziele! Sie sind nicht leicht zu erreichen, aber ich arbeite daran. Beruflich ist es etwa der Traum, ein ,Goldene Note‘-Orchester zu gründen – und natürlich gibt es auch private Ziele …   

„Stars & Talente – Von und mit Leona König“:
In der ORF-Reihe stellt Leona König mit Unterstützung von Weltstars der Klassik hochbegabte Kinder vor – und sie zeigt ihre Entwicklung.
unterstützung von stars. Der polnische Opernstar ­Piotr Beczała ist einer der gefragtesten Tenöre unserer Zeit. Auch ihn bat Leona König (r.) in ihre Sendung „Stars & Talente“, um den jungen MusikerInnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
hochkarätig.
Rolando Villazón folgte Leona Königs Einladung in ihre Talente-Sendung (l.).
„GOLDENE NOTE“. Elīna Garanča (l.) und Initiatorin Leona König mit Elias Keller, einem der Preisträger 2021.

Fotos: ©Sarah Katharina Hochmayer, Thomas Jantzen

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