Großer Wagen, helle Venus

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Cabriofahren kennt keine Jahres- und erst recht keine Tageszeit. Schon gar nicht im Conti Convertible.

Eine Wanderreise im Bentley Continental GT V8 Convertible zur Winklmoosalm in Bayern, einem der dunkelsten Flecken der Welt. Nachts leuchten hier alleine die Gestirne.

Der erste Stern der Nacht ist eigentlich ein Planet: die Venus. Hell strahlend ist sie dafür zuständig, dass der Übergang vom Abend in die Nacht nicht finster ist – bis nach und nach die Milchstraße aufschimmert und der leuchtend weiße Mond sich dazugesellt.

Die Luft ist glasklar, im Sternenpark auf der Winklmoosalm. Und es ist eiskalt, im Frühwinter, auf 1.200 Metern Höhe. Ein Grund, das Dach zu schließen? Mitnichten! Denn in Wahrheit ist das, was da oben glitzert und funkelt, ein fernes Licht von zahllosen Sonnen. Nachdem auch die Sonne ein Stern ist, ist jeder Stern eine Sonne. Damit stehen wir gerade in milliarden-fachem Sonnenlicht. Dessen Wärme ob der schier unvorstellbaren Entfernung uns hier halt nicht erreichen kann.

Aufwärmen, das können wir uns später. Der Conti, vielmehr seine -ausgeklügelte Heizung, die macht’s möglich – vom Kopf bis zu den Füßen. Selbst in Fahrt bei -geöffnetem Dach in eisiger Nacht. Doch vorerst steigen wir aus und stehen still. Vor Staunen. Und schauen.

Immer in Bewegung
Wobei: Stillstand gibt es nicht! Während wir den Erläuterungen unseres sternenkundigen Begleiters folgen, anschaulich gemacht mithilfe von Sonnen- und -Galaxie-Modellen sowie Laser-Zeigestab, bewegen wir uns. Permanent. Mit einem Speed von 1.200 km/h mit der Erdrotation. Noch schneller geht’s dahin auf -unserem Erdkugel-Weg um die Sonne, mit mehr als 100.000 km/h.

Was bedeutet: Gar nichts steht jemals still. Alles ist permanent in Bewegung. In diesem Sinne setzen wir uns wieder in Fahrt und machen uns gegen Mitternacht auf den Weg. Um dem Großen Wagen – einem Sternbild, das zu jeder Jahreszeit und immer sichtbar ist – zu folgen. Zumindest ein Stück weit. Einholen werden wir ihn niemals. Selbst wenn wir alle Muskeln des Conti anspannen und seine Power auf die Spitze treiben: Er wird uns stets vorausfahren, auch wenn er sich, aus unserer Weltsicht betrachtet, pro Tag nur um vier Minuten weiterbewegt.

Sternen-Materie
Doch ist Zeit bekanntlich relativ. Auch die vermeintlich richtige Jahres- oder Tageszeit zum Cabriofahren. Im Winter erscheinen die Nächte eben länger. Das ergibt ausreichend Weile, dem Satz „Alles ist aus Sternenstaub, somit auch der -Bentley“ nachzuspüren. Vom Standpunkt aus betrachtet, dass alle Materie auf der Erde quasi aus dem Bauch -eines Riesensterns stammt, erscheint das nachvollziehbar und einleuchtend. 

Technische Details:
Bentley Continental GT V8 Convertible.
4,0-l-V8, Biturbo-Benziner, 550 PS, 770 Nm, 4 x 4, 4.850/2.187/1.405 mm L/B/H, 2.851 mm Radstand, ab 2.335 kg, 0–100 in 4,1 sec. 318 km/h Top-Speed, 12,5 l/100 km, 284 g/km CO2, el. betr. Textilverdeck 19 sec.

Text: Beatrix Keckeis-Hiller
Fotos: Hersteller

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